Über mich

 

Häufig können andere Personen einen Menschen besser beschreiben als der betreffende Mensch selbst. Aus diesem Grund fiel mir zuerst meine kleine Schwester Franzi ein, als es darum ging, mich und mein Leben in ein paar treffenden Worten zu beschreiben. Kaum jemand kennt mich so gut wie sie, deshalb fand ich, dass sie hier an dieser Stelle zu Wort kommen sollte.

Und es ist zauberhaft, wie toll ihr das - meiner Meinung nach - gelungen ist.

"Ich denke jeder von uns kennt das: Man lernt neue Leute kennen, eines führt zum anderen und man redet über Dinge wie Familie, Freunde etc. Ob ihr es glaubt oder nicht: Auch mir geht das nicht anders. Mein Name ist Franzi und ich bin die Schwester der Person, um die es hier geht: Bean. Wenn man mich nach meiner Familie fragt, geht es mir sicher wie jedem anderen - man erzählt lustige Geschichten, traurige oder spannende Sachen, aber ganz oft kann es passieren, dass man Details, die für einen selbstverständlich, ja sogar ganz natürlich sind, einfach vergisst. Die Geschichte, die ich zu erzählen habe, ist nicht einmal wirklich meine eigene. Also versteht mich nicht falsch, ich komme schon darin vor, aber eigentlich geht es um meine Schwester Sabine. Sie hat mich gebeten, für Euch einen „Über sie"-Text zu schreiben. Nun, nehmen wir also an, ihr würdet mich zuerst nach meiner Familie fragen, ich würde euch wahrscheinlich am Anfang von meiner Mama erzählen. Darüber, dass sie eine der Menschen ist, die voller positiver Energie nur so überquillt. Meine Mama sieht das Leben immer von der sonnigen Seite, egal was es ihr auch bringen mag. Für sie ist das Glas immer halb voll und nicht halb leer! Und so wurden wir auch erzogen. Danach würde ich euch wahrscheinlich von meinen Brüdern erzählen. Zwillinge und doch so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Eigentlich jünger, aber wenn man uns vier zusammen sieht, würde man glauben, sie wären älter. Der eine von ihnen ernst und manchmal ein bisschen zu verschlossen für meinen Geschmack, der andere offen, voller Energie - und glaubt mir, der hat jeden Morgen einen Clown gefrühstückt! Und dann würde ich von meiner geliebten Schwester erzählen! Jedem der es hören möchte, erzähle ich, dass, egal wie oft ihr das Schicksal ins Gesicht geschlagen hat, sie wieder aufstand und ihm die andere Wange hinhielt. Sie ist ein besonderer Mensch. Trotz ihrer Behinderung hat sie was aus ihrem Leben gemacht, versucht so normal wie möglich ein Teil dieser Gesellschaft zu sein bzw. zu werden. Und ich finde, das hat sie echt toll hinbekommen. Was sie alles erreicht hat, muss ihr erst einmal einer nachmachen: Erst normaler Kindergartenbesuch (was zu diesem Zeitpunkt mit Sicherheit nicht normal war!), dann Besuch der Grundschule, dann Realschule mit Abschluss. Im Anschluss dann eine Ausbildung, oder zumindest der Start einer Ausbildung – allerdings hat sie die leider nicht beendet. Das Mobben am Arbeitsplatz wurde irgendwann zu viel. Im Anschluss daran hat sie ihr Abitur an der Fachhochschule nachgeholt, um dann doch zu studieren. Sie war damals sogar Schulsprecherin. Ihr Diplom hat sie mit einem Einskomma-Abschluss geschafft und mittlerweile arbeitet sie als Sozialpädagogin. Sie besitzt ihren Führerschein und fährt ein normales Auto, das für sie umgebaut wurde. Als sie geboren wurde, gab niemand außer meiner starken, geliebten Mama, ihr eine Chance. Das Schicksal hat sie immer wieder in ihrem Erstrahlen gehindert, hatte immer eine neue, grausame Überraschung für sie parat. Aber das hat meine Schwester nicht aufgehalten. Sie hat sich einfach den Staub von den Schultern gewischt und weiter gemacht. Egal was kam und wie verdreht und verrenkt alles war, sie hat sich immer durchgesetzt und es allen gezeigt, die nicht an sie geglaubt haben! Dass sie nun ihren Lebenstraum wahrmacht, finde ich echt bewundernswert. Aber dies ist nur ein kleiner Teil, den ich euch gerne über meine Schwester erzählen würde. Wichtiger ist noch (und das ist meine persönliche Meinung), dass sie sobald sie einen Raum betritt, alle Augen auf sie gerichtete sind, aber nicht weil ihre Haare komisch sind, nicht wegen des Rollstuhls oder ähnliches, nein, es liegt daran, weil sie es schafft, den Raum sofort mit ihrer positiven Energie zu durchfluten. Sie ist wie ein Magnet, zu dem man sich hingezogen fühlt. Ihr Lachen, das einen ansteckt mitzulachen. Ihre Hoffnung, die selbst den Niedergeschlagensten von uns aus seiner dunklen Ecke hervor lockt. Sie beherrscht die Kunst, dir deinen Kummer und deine Sorgen zu entlocken, sie für dich aufzubewahren und ist bemüht, gemeinsam eine Lösung zu finden. Die Magie zu besitzen, in jedem Negativen etwas Positives zu finden ... das ist Bean.
Wir "Normalos" beschweren uns immer, wie gemein das Leben doch zu uns ist, weil wir vielleicht ein bisschen knapp bei Kasse sind oder weil wir mal wieder Überstunden machen mussten. Das ist gar nichts! Fragt meine Schwester oder meine Mama. Diese beiden können euch ein paar wirkliche Gemeinheiten, die das Leben verteilt, erzählen. Beschwerden werdet ihr von den Beiden keine hören. Meine Sis ist eine der stärksten Personen, die ich kenne (neben meiner Mama).
Und eins kann ich euch sagen: Sogar ich, die mit einer Schwester, die anders ist, aufgewachsen ist, kann noch viel von ihr lernen! Meine Schwester ist mein Vorbild, mein Stolz, einfach meine geliebte große Sis! Ach und falls ich es vergessen haben sollte, zu erwähnen: Der Rollstuhl, an den sie seit ihrer Geburt gefesselt ist, hat sie noch nie daran gehindert, zu schaffen, was sie sich in den Kopf gesetzt hat!
So, ich denke, den wichtigsten Input habt ihr hier nun bekommen.
Viel Spaß beim Lesen und Folgen dieser Seite."

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